Jürgen Münzner
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Ostsee-Insel Hiddensee

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Der Kreidefelsen Königsstuhl auf Rügen,

ein Kreidefelsvorsprung im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen (Stubbenkammer) erhebt sich 118 m über dem Meeresspiegel.
Man erreicht das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl vom 11 km langen Hochuferweg von Sassnitz nach Lohme, oder vom 3 km entfernten Großparkplatz in Hagen, einem Ortsteil der Gemeinde Lohme.

Der Königsstuhl ist Bestandteil der kostenpflichtigen Ausstellung des Nationalpark-Zentrums. Insel Rügen, Blick auf die Ostsee
Die schmalen, wuchtigen Granitstufen zum 200 m² großen Plateau auf dem Königsstuhl liegen direkt über einem bronzezeitlichen Hügelgrab.
Von dem Plateau des Königsstuhl bietet sich ein weiter Ausblick über die Ostsee.
Den Königsstuhl selbst betrachtet man besser von der etwas südlicher gelegenen Victoria-Sicht.

Der Name Königsstuhl geht auf ein Ereignis im Jahre 1715 zurück, bei dem der schwedische König Karl XII. von dieser Stelle ein Seegefecht gegen die Dänen geleitet hat. Das Gefecht ermüdete den schwedische König derart, dass er sich einen Stuhl bringen ließ.
Einer Sage zufolge kommt der Name Königsstuhl daher, dass in alter Zeit derjenige zum König gewählt wurde, dem es als Erstem gelang, von der Seeseite aus den Kreidefelsen zu erklimmen und sich auf den oben aufgestellten Stuhl zu setzen.

Kreidefelsen auf Rügen,
ist ein um 1818 entstandenes Gemälde von Caspar David Friedrich*. Das Gemälde zählt zu den wichtigsten Werken der Romantik und hat diese nachhaltig geprägt. Das 90,5 x 71 cm große Bild befindet sich heute im Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur.

Im Januar 1818 heiratete Caspar David Friedrich die fast zwanzig Jahre jüngere Christiane Caroline Bommer. Zusammen mit seiner Frau besuchte er auf der Hochzeitsreise im Juli und August 1818 Verwandte in Neubrandenburg und Greifswald. Von dort aus unternahm er mit seinem Bruder Christian und seiner Schwägerin einen Ausflug auf die Insel Rügen. In diesem Zusammenhang entstand die Idee zum Gemälde, gewissermaßen als Hochzeitsbild.Weg zum Heiligtum des Nationalgottes Swantewit auf Rügen

Das Bild zeigt den Blick von den Kreidefelsen der Stubbenkammer, einem der bekanntesten Aussichtspunkte der Insel Rügen. Oft wird fälschlicherweise angenommen, die Wissower Klinken seien Vorlage des Gemäldes gewesen, diese existierten zum Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes aber noch nicht, sondern entstanden erst später durch die Erosion. Friedrich setzte seine Landschaftsbilder aus sorgfältig skizzierten Elementen verschiedener Landschaften zusammen, sodass eine konkrete Zuordnung meist nicht möglich ist.

Im Vordergrund rahmen zwei von Friedrich hinzugefügte Bäume die Szenerie, deren Blätter das obere Drittel des Gemäldes einnehmen. Vor diesem Hintergrund bestaunen zwei Männer und eine Frau, als Touristen in städtischer Kleidung, die Aussicht.

Die mittlere, hagere Figur wird als Selbstportrait Caspar David Friedrichs gedeutet. Den Zylinder als Zeichen der Demut neben sich liegend sucht er Halt im Gras als Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens und richtet den Blick auf den sich vor ihm öffnenden Abgrund, den Abgrund des Todes.

Der zweite Mann mit verschränkten Armen rechts im Bild an den Strunk eines abgestorbenen Baumes gelehnt, blickt über den Abgrund hinweg in die Ferne und auf das Meer. Die beiden Segelboote auf dem Meer stehen als Symbol für die Seele, die zu ewigem Leben aufbricht.

Rentner mit Picknickkorb beim Blick über die Ostsee, Insel RügenDie Frauengestalt im roten Kleid links im Gemälde von Caspar David Friedrich, meist als Friedrichs Gattin Caroline identifiziert, hält sich an einem beinahe verdorrten Strauch, nur die Zweige um ihr Gesicht herum sind belaubt. Mit ihrer rechten Hand deutet sie entweder auf den Abgrund oder auf die Blumen an seinem Rand. Im Gegensatz zu den beiden Männern, deren Blick auf den Abgrund oder in die Ferne gerichtet ist, kommuniziert sie mit den beiden anderen Figuren.

Im Gemälde versteckt sich eine Farbensymbolik in der Farbe der Kleidung der Figuren. Das Blau, Farbe des Glaubens, der mittleren Figur, das Rot, Farbe der Liebe, der linken Figur und das Grün, Farbe der Hoffnung, der rechten Figur lassen die Figuren auch als Verkörperungen der christlichen Kardinaltugenden Glaube, Liebe und Hoffnung deuten.

Der Kunsthistoriker Helmut Börsch-Supan sieht im Bild eine Darstellung Friedrichs Beziehung zum Tod und zur Bedrohung des Lebens durch den Tod, zugleich aber auch in einer selten heiteren Stimmung.

* Caspar David Friedrich wurde als sechstes von zehn Kindern des Lichtgießers und Seifensieders Adolph Gottlieb Friedrich und seiner Ehefrau Sophie Dorothea Friedrich, in dem von 1630 bis 1815 zu Schweden gehörenden Greifswald geboren. Seine Eltern Steilküste Insel Rügenstammten aus der mecklenburgischen Stadt Neubrandenburg, die Caspar David Friedrich später mehrfach besuchte. Caspar David Friedrich besaß sein gesamtes Leben die schwedische Staatsbürgerschaft. Seine Mutter starb schon 1781. Beim Versuch, den beim Schlittschuhlaufen im Eis eingebrochenen Caspar David zu retten, ertrank sein um ein Jahr jüngerer Bruder Christoffer 1787 tragisch. Ein Bruder verstarb bereits vor Friedrichs Geburt, als Säugling, zwei weitere Geschwister starben noch in Friedrichs Jugendjahren.

1790 erhielt Caspar David Friedrich seinen ersten Zeichenunterricht beim Greifswalder Universitätsbau- und Zeichenmeister Johann Gottfried Quistorp, der auf den jungen Friedrich seine Begeisterung für die Landschaft seiner Heimat und ihre Schönheit übertrug.

Die Königlich Dänische Kunstakademie in Kopenhagen, damals die modernste Akademie, wurde 1794 die nächste Etappe seiner künstlerischen Ausbildung, bei der er das Zeichnen nach Gipsabgüssen, Freihandzeichnen von den Lehrern Jens Juel, Nicolai Abildgaard und Christian August Lorentzen erlernte. Malerei wurde in Kopenhagen nicht unterrichtet.

Die nächste Station seines Lebens wurde ab 1798 Dresden, an der dortigen Akademie schloss er seine Studien ab. In den Sommermonaten 1801 und 1802 reiste er in seine Geburtsstadt und weiter zu der nahegelegenen Insel Rügen. Bei ausgedehnten Wanderungen entstand ein Fundus an Skizzen, auf die er später immer wieder zurückgriff.

Wellen am Ufer vor der Steilküste Insel Rügen, OstseeFriedrich gehörte der Generation der ersten freien Künstler an, die nicht als Auftragsmaler, Professoren einer fürstlichen Akademie oder protegierte Freunde eines reichen Gönners tätig waren, sondern sich auf dem freien Markt von Galerien bewegten und durch den Verkauf ihrer Werke ein wirtschaftliches Auskommen schufen.

Ab 1803 beschäftigte Caspar David Friedrich sich mit der Sepiatechnik, in der Landschaftszeichnungen im Stil der damals in Mode befindlichen Landschaftsarchitektur entstanden.

Zu seinem Freundeskreis zählten die Maler Philipp Otto Runge, Gerhard von Kügelgen, Ferdinand Hartmann, Georg Friedrich Kersting und Louise Seidler ebenso wie der Bildhauer Christian Gottlieb Kühn, der Dichter Ludwig Tieck, der Philosoph und Naturforscher Gotthilf Heinrich Schubert, der Dichter Heinrich von Kleist und der als Demagoge verfemte Patriot Ernst Moritz Arndt.

1818 heiratete Caspar David Friedrich 44-jährig die 25-jährige Christiane Caroline Bommer, mit der er drei gemeinsame Kinder hatte: die beiden Töchter Emma und Agnes Adelheid sowie den Sohn Gustav Adolf. In seinem Gemälde "Frau am Fenster" von 1822 stand seine Frau ihm Modell für eines seiner Rückenbilder. Seinen Sohn Gustav Adolf benannte er nach dem Schwedenkönig Gustav IV. Adolf. Dieser war bis 1809 Landesherr seiner Heimatstadt Greifswald. Gustav Adolf malte ebenfalls, erreichte den Erfolg seines Vaters allerdings nicht.

Nach einem Schlaganfall im Jahr 1835 musste Friedrich das Malen einstellen. Er starb 65-jährig am 7. Mai 1840 in Dresden und wurde auf dem Trinitatisfriedhof beigesetzt.



Quellenangaben:
Wikipedia, die freie Enzyklopädie,
Meyers Konversationslexikon 1888, 4. Auflage.
 

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Monika & Jürgen Münzner,
Kloster / Hiddensee / Rügen, 14.12.2007 08:54:40 Uhr

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